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Archive for the ‘Regelpäpste’ Category

Neue Regel?

Muss Vukovic zahlen oder bekommt er was raus? Und falls Letzteres, reicht es für die Christbaumkugeln? Oder wenigstens die Weihnachtstasse?

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Hartplatzhelden bleiben!

Wenn es nach dem Württembergischen Fußballverband (WFV) geht, dann gibt es die wunderbaren Hartplatzhelden demnächst nicht mehr. Denn seine Amateurspiele will der WFV angeblich gerne vermarkten. Und dabei, findet er, steht ihm die Website im Weg, weil man dort Aufnahmen mit Toren aus den unteren Klassen hochladen und angucken kann. Daher hat der Verband Klage eingereicht. Doch so schnell geben Thomas Ramge und Oliver Fritsch nicht auf:

„Es kann nicht sein, dass ein Landesverband des DFB seinen Mitgliedern verbieten möchte, sich mit Enthusiasmus für den Sport im Internet zu präsentieren.“ […] Die Spieler bekämen kein Geld für ihre allein entscheidenden Leistungen auf dem Platz vom WFV. Es müsse ihnen daher gestattet sein, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen und sich etwa über hartplatzhelden.de zu vernetzen.

Die Anwälte der Hartplatzhelden sehen übrigens gute Chancen bei der Abwehr der Unterlassungsklage:

Sonst dürfe künftig auch niemand mehr Fotos oder Videoaufnahmen etwa von der Silvesterfeier am Brandenburger Tor veröffentlichen, da hier der Berliner Senat oder seine Partner entsprechende Vorleistungsrechte geltend machen könnten.

Weshalb hoffentlich auch die Richter ein Einsehen haben.

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Eine Meldung wie diese ist zunächst einmal nicht gar so ungewöhnlich:

Das Verbandsgericht des Westfälischen Fußball-Verbandes (WFV) entschied in der Sitzung am 4. November, dass das Spiel FC Germania Dattenfeld gegen SV Straelen neu angesetzt wird und hebt somit das Urteil der Verbandsspruchkammer auf. Das dritte Saisonspiel der Oberliga Nordrhein hatte Dattenfeld zu Hause am 12. August mit 4:0 gewonnen.

Ziemlich ungewöhnlich ist allerdings der Grund für die Neuansetzung:

Der SV Straelen hatte wegen zu niedriger Tore, die 17 Zentimeter zu klein waren, Einspruch gegen die Wertung des Spieles eingelegt. Die Auswärtsmannschaft hatte einen Antrag auf Punktezuerkennung und Dattenfeld auf Beibehaltung der Punkte gestellt. Das Gericht sah jedoch einen Regelverstoß des Schiedsrichters bei dem Entschluss, das Spiel trotzdem anzupfeifen.

Zwei Meter siebenundzwanzig also statt der vorgeschriebenen zweivierundvierzig. Wie konnte das bloß passieren? Dattenfelds Geschäftsführer Michael Holschbach hat zumindest einen Verdacht:

Bei uns war es vielleicht so, dass eine Senkung der Pfosten eingetreten ist, weil wir nebenan einen Kunstrasenplatz bauen. Kann alles sein!

Schlimmer noch – Dattenfeld ist überall:

Ein Test in der Oberliga Nord brachte die Erkenntnis, dass auf 16 von 18 Plätzen das notwendige Maß nicht erreicht wurde. Und im Februar diesen Jahres hat das Hamburger Abendblatt eine Untersuchung durchgeführt und ist zu einem sensationellen Ergebnis gekommen: Selbst in der Bundesliga waren die Tore zu klein.

Und das im Land der DIN-Norm! Schockschwerenot!

Germania Dattenfeld zieht jetzt übrigens vors DFB-Bundesgericht. Vielleicht kommt das ja zu einer salomonischen Entscheidung und wertet das Spiel gegen Straelen einfach mit 4:4. Weil die Gäste viermal das Aluminium trafen, wo der Ball sonst klar im Tor gelandet wäre. Kann alles sein!

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Bisher war‘s immer so: Ein Spieler wälzt sich am Boden, der Schiedsrichter hat aber kein Foul gesehen und lässt weiterlaufen, weshalb die Mannschaft, die gerade in Ballbesitz ist, das Spielgerät ins Aus kickt, um eine Behandlung zu ermöglichen. Anschließend wirft das zum Einwurf berechtigte Team den Ball zum Gegner zurück und bekommt dafür Applaus.

Das ist jetzt anders, und das erste Opfer dieser Uefa-Neuregelung, die sich noch nicht bei allen herumgesprochen hatte, war Petri Pasanen im Champions League-Hinspiel seiner Bremer gegen Lazio Rom:

Daniel Jensen hatte verletzt auf dem Rasen gelegen, Lazios Christian Manfredini aber den Ball nicht den Gepflogenheiten entsprechend ins Aus gespielt, sondern einen schnellen Gegenangriff eingeleitet, als Werder auf Fairplay gewartet hatte. In der Folge stoppte Pasanen den Konter per Bodycheck gegen Valon Behrami und bekam dafür eine Verwarnung.

Denn nicht die Spieler sollen nun bei der Verletzung eines Kollegen oder Gegners die Partie unterbrechen, indem sie den Ball ins Aus spielen, sondern der Schiedsrichter, auf dessen Pfiff sie zu warten haben. Begründung der Uefa: In der Vergangenheit seien zu oft Blessuren vorgetäuscht worden, um Zeit zu schinden. Das aber widerspreche dem Gedanken des Fairplay.

Dass es noch einen anderen Grund hätte geben können, um die bestehende Praxis zu ändern, zeigt eine Rückblende auf den letzten Spieltag der Saison 1995/96: Der 1. FC Kaiserslautern trat bei Bayer Leverkusen an und musste gewinnen, um nicht abzusteigen; Bayer reichte ein Remis für den Klassenerhalt. Lautern ging in der 58. Minute durch Pavel Kuka in Führung; wäre es dabei geblieben, hätte Leverkusen den Gang in die Zweite Liga antreten müssen.

Doch dann kam die 82. Minute: Ein Leverkusener verletzte sich, weshalb die Pfälzer den Ball ins Seitenaus spielten. Nach der Behandlung warfen die Gastgeber das Leder jedoch nicht zum Gegner zurück, sondern nach vorne. Markus Münch traf gegen konsternierte Kaiserslauterer zum 1:1, und Bayer blieb erstklassig. Anschließend musste Rudi Völler vor laufenden Kameras den am Boden zerstörten Andreas Brehme trösten.

Solche Szenen sind jetzt nicht mehr möglich, und auch Spielverzögerungen durch vorgetäuschte Verletzungen wird es nicht mehr geben. Das mag im Sinne des Fairplay sein. Aber irgendwie wird die Welt auch wieder ärmer dadurch.

[via]

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Adlerauge

Oskar Beck macht in der Welt einen Vorschlag, wie man künftig verhindern kann, dass klare Tore nicht gegeben werden: Nix Torkamera, nix Torrichter – die Referees sollen auf dem Platz einfach die Demokratie einführen. Konkret: Schiri Kircher hätte sich am vergangenen Samstag in Leverkusen mit Bayer-Torwart René Adler darüber ins Benehmen setzen sollen, ob Kloses Lattenschuss anschließend die Linie überschritten hatte oder nicht. Aber, ach:

Er [Adler] wurde mit seinem Herrschaftswissen allein gelassen, weil alle Welt davon ausgeht, dass so ein Kicker entweder lügt oder von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht. Das Gegenteil wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. … „War er drin?“, hätte der Kircher den Adler fragen können. „Ja“, hätte er womöglich gesagt – und die Sache wäre erledigt gewesen. Doch Adler hat seine Chance nicht bekommen.

Und das aus guten Gründen: Erstens hatte der Pfeifenmann gar keine Veranlassung, den Keeper zu Rate zu ziehen, weil sein Assistent ihm nun mal deutlich signalisiert hatte, dass er eben nicht drin war. Und zweitens gehen solche Befragungen gerne nach hinten los. Frag nach beim 1. FC Köln.

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Dumm gelaufen (2)

Scheiße, schrie der Großherzog / als das Heer vorüberzog / und auch die Herzogin sprach leise / dreimal Scheiße, Scheiße, Scheiße:

Beim Zweitligaspiel TSV 1860 gegen TuS Koblenz hatte Schiedsrichter Stefan Lupp nach 20 Minuten ein Foul gepfiffen, als 1860-Stürmer Berkant Göktan Richtung Tor gesprintet war und von einem Koblenzer Verteidiger umgestoßen wurde. Lupps Ansinnen, die rote Karte zu geben, war deutlich. Wie üblich wurde der Unparteiische in Sekundenschnelle von Koblenzer Spielern umringt, die ihn bedrängten, auf ihn einredeten – und in diesen Sekunden geschah es: Lupp vergaß, wer der Übeltäter war. … Es folgte ein Schauspiel, das jämmerlicher kaum hätte sein können. Lupp galoppierte rückwärts zum einen Linienrichter, im Fernsehen (wo auch sonst) konnte man den Dialog verfolgen. Lupp: „Nummer? Nummer?“ Linienrichter: „Scheiße.“ Lupp lief quer über den Platz zum anderen Linienrichter, der Dialog dürfte derselbe gewesen sein. … Lupp lief unten auf dem Rasen verstört wie ein in die Enge getriebenes Beutetier umher, fragte sogar Spieler um Rat. Das dauerte fünf Minuten. Dann zeigte Lupp dem Falschen die rote Karte. Matej Mavric musste zu seiner Überraschung vom Platz. Kollege Bajic hielt sich vorsichtshalber von dem Tumult fern.

Und sie hatten beide Recht: / Die Truppe war ja wirklich schlecht.

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Spielertrainerpädagogik

„Es gibt noch Menschlichkeit!“, heißt es euphorisch im Südkurier, zumindest in der tiefsten Provinz, im baden-württembergischen Schwörstadt nämlich, einem Örtchen, „schön eingebettet zwischen Rhein und Dinkelberg, mit allen Möglichkeiten am Fluß und im ebenen Tal“, wie die Homepage der Hochrheingemeinde verlautbart. Und weil es dort gar so harmonisch zugeht, sorgen auch die lokalen Fußballer dafür, dass es so bleibt:

Das hat Urs Keser, Spielertrainer vom SV Schwörstadt, beim 2:3 seiner Mannschaft beim Aufsteiger FC Grenzach bewiesen, als er den Ball absichtlich ins Tor schob, weil er in der Szene zuvor den Gegner von seinem Team benachteiligt gesehen hatte.

Und das kam so: Ein Gegner verletzte sich, und der ballführende Schwörstadter Spieler erwog daher für alle ersichtlich, das Leder ins Aus zu kicken, um eine Behandlung zu ermöglichen. Plötzlich aber überlegte er es sich anders und knallte – als alles auf die Unterbrechung wartete – den Ball einfach ins Tor des FC Grenzach. Unschön, ohne Zweifel, und deshalb waren die Grenzacher auch schwer stinkig. Doch dann schnappte sich der Schwörstadter Übungsleiter – der praktischerweise in Personalunion auch Spieler ist – die Kugel und schob sie ins eigene Tor, um diese Ungerechtigkeit ungeschehen zu machen. Schwörstadt verlor das Spiel schließlich mit 2:3.

Hinterher waren natürlich alle ganz gerührt von so viel Uneigennützigkeit. Aber mal ehrlich: Ist das nicht ’ne typische Spielertrainer-Aktion gewesen? Muss das eigentlich sein, dass der Alte selber noch mitmacht und ständig den Pädagogen gibt? Reicht es nicht, wenn er an der Linie herumbölkt?

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