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Archive for September 2007

Provolski

Weil es nicht so recht laufen will für Lukas Podolski bei den Bayern, greift sein Arbeitgeber seit ein paar Tagen zu den üblichen Psychotricks und versucht, ihn mit mehr oder minder gezielten Provokationen zu dem zu bewegen, was man gemeinhin eine Trotzreaktion nennt: Erst provozierte Hoeneß, indem er Poldi riet, mal ordentlich gallig zu werden. Als der brav gehorchte und sich beschwerte, er dürfe ja nie mal ein paar Spiele nacheinander bestreiten, provozierte ihn Rummenigge mit dem Kommentar, ein Rekordmeister sei schließlich kein Versuchslabor. Dann verletzte sich beim Kick der Münchner in Leverkusen mit Klose ein Stürmer, und nun provozierte Hitzfeld Podolski, indem er nicht ihn, sondern seinen besten Freund einwechselte. Damit aber immer noch nicht genug, denn der Oktoberfestbesuch war schließlich auch noch zu überstehen. Und wenn Prinz Poldi eingedenk der damit verbundenen ästhetischen Maximalprovokation jetzt nicht endlich abgeht wie Schmidts Katze: Was bleibt dann noch? Die Drohung mit einem Transfer zu Bayer Leverkusen?

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Dumm gelaufen (1)

Aus der Rubrik „Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“:

Beim Pressschlag mit Niemeyer hat es mich am Innenband erwischt. Eigentlich sind wir relativ gut ins Spiel gekommen, hätten am Anfang sogar durch meine Torchance in Führung gehen können.

Aber dann erledigte der Bielefelder Andre Mijatovic Werder Bremen doch nicht wie geplant im Alleingang: „So hoch wie heute habe ich noch nie verloren.“ Eins zu acht, um genau zu sein. Und das alles nur wegen eines Pressschlages und einer vergebenen Torchance.

[Hattip]

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Spaß aus elf Metern

Bayern im UEFA-Pokal? Hatten wir schon häufiger als gedacht, 1983/84 zum Beispiel. Am 2. November 1983 fand das Zweitrunden-Rückspiel gegen PAOK Saloniki statt, das von Ex-Bayern-Coach Pal Csernai (genau, der mit dem Seidenhalstuch) trainiert wurde. Hinspiel: nullnull. Rückspiel: ebenfalls nullnull, trotz Verlängerung. Also Elfmeterschießen, eines der verrücktesten ever. Erst der zwanzigste Schuss entschied, verwandelt von Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff. Der war der letzte Münchner, der es noch nicht vom Punkt versucht hatte – denn der unvergessliche Bertram Beierlorzer war bereits mit weichen Knien in der Kabine verschwunden.

Der Spaß wäre wahrscheinlich schon früher zu Ende gewesen, wenn nicht der Schiri etwas dagegen gehabt hätte. Nach welchen Kriterien der Referee gleich eine ganze Reihe von Elfmeter wiederholen ließ, weiß er vermutlich bis heute nicht. Dafür wird ihm Klaus Augenthaler allerdings auf ewig dankbar sein:

[via]

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Fürsorgetalent

Der Junge sieht zwar kreuzbrav aus, aber er spielt schon verdammt guten Fußball, und das, obwohl er noch zwei Jahre lang in der A-Jugend kicken könnte. Tut er aber nicht mehr, weil er schon bei den Großen gebraucht wird, den ganz Großen sogar, nämlich den Bayern. Die haben Toni Kroos (17) am vergangenen Mittwoch gegen Cottbus erstmals eingewechselt. Da stand es zwar schon dreizunull, und das nahm der Sache jegliches Restrisiko. Aber am Ende hatte der Rekordmeister noch zweimal getroffen, durch Klose jeweils, und zu beiden Toren gab Kroos phänomenal gute Flanken.

Eine Riesengeschichte, klar, zumal der jüngste Bundesligaspieler des FC Bayern aller Zeiten ohnehin schon als neuer Messi gehandelt wird. Die Medien hatten nur ein Problem: Toni Kroos durfte nichts sagen. Interviewverbot bis Weihnachten, damit er keinen Höhenrausch bekommt. Doch die Süddeutsche Zeitung wetzt schon die Messer und versetzt amnesty international in Alarmbereitschaft: (mehr …)

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Damals, 14/18.

Ein erstes Symptom von Alterssenilität zeigte jetzt offenbar der geschätzte Willi Landgraf („Ende, Aus, Nikolaus!“) . Im 11-Freunde-Interview zum Tivoli-Stadionposter geriet Willi ins Schwärmen:

Abgesehen von Abschiedsspiel und Aufstiegsfeier: Welches war Ihr beeindruckenstes Tivolierlebnis?

Die UEFA-Cup-Spiele. Die waren für mich sehr beeindruckend. Wir haben mit spielerischen Mitteln Mannschaften geschlagen, die aus anderen Ligen kamen und Topfavoriten waren, wie der OSC Lille. Wir haben gegen Sevilla gespielt, eine Situation, in die du als Zweitligaspieler eigentlich nie reinkommst.

Blöd ist nur: Die UEFA-Cup-Heimspiele fanden allesamt in einem Vorort von Aachen statt. Und die Partie gegen Sevilla war gar ein Auswärtsspiel.

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Es klang höchst einleuchtend, als Alex Klitzpera kürzlich erklärte, warum er in den Schlussminuten des Spiels gegen den SC Paderborn 07 den Ball freistehend aus kürzester Distanz über den Kasten geholzt hatte:

Ich hätte mich heute in die Torschützenliste eintragen müssen. Ich denke, den ersten und zweiten Kopfball hält Alexander Bade hervorragend. Bei der größten Chance kurz vor Schluss war ich wahrscheinlich ein bisschen zu hastig oder schon übersäuert.

Schade für die Fans der Alemannia, dass die Mannen aus der Kaiserstadt gestern bereits zwischen der 12. und 15. Minute kollektiv übersäuerten.

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Spielertrainerpädagogik

„Es gibt noch Menschlichkeit!“, heißt es euphorisch im Südkurier, zumindest in der tiefsten Provinz, im baden-württembergischen Schwörstadt nämlich, einem Örtchen, „schön eingebettet zwischen Rhein und Dinkelberg, mit allen Möglichkeiten am Fluß und im ebenen Tal“, wie die Homepage der Hochrheingemeinde verlautbart. Und weil es dort gar so harmonisch zugeht, sorgen auch die lokalen Fußballer dafür, dass es so bleibt:

Das hat Urs Keser, Spielertrainer vom SV Schwörstadt, beim 2:3 seiner Mannschaft beim Aufsteiger FC Grenzach bewiesen, als er den Ball absichtlich ins Tor schob, weil er in der Szene zuvor den Gegner von seinem Team benachteiligt gesehen hatte.

Und das kam so: Ein Gegner verletzte sich, und der ballführende Schwörstadter Spieler erwog daher für alle ersichtlich, das Leder ins Aus zu kicken, um eine Behandlung zu ermöglichen. Plötzlich aber überlegte er es sich anders und knallte – als alles auf die Unterbrechung wartete – den Ball einfach ins Tor des FC Grenzach. Unschön, ohne Zweifel, und deshalb waren die Grenzacher auch schwer stinkig. Doch dann schnappte sich der Schwörstadter Übungsleiter – der praktischerweise in Personalunion auch Spieler ist – die Kugel und schob sie ins eigene Tor, um diese Ungerechtigkeit ungeschehen zu machen. Schwörstadt verlor das Spiel schließlich mit 2:3.

Hinterher waren natürlich alle ganz gerührt von so viel Uneigennützigkeit. Aber mal ehrlich: Ist das nicht ’ne typische Spielertrainer-Aktion gewesen? Muss das eigentlich sein, dass der Alte selber noch mitmacht und ständig den Pädagogen gibt? Reicht es nicht, wenn er an der Linie herumbölkt?

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