Ganz egal, was man nun davon hält, dass Jürgen Klinsmann neuer Bayern-Coach wird – ein Gutes hat es auf jeden Fall: Lothar Matthäus wird es nicht. Schon wieder stand Klinsi seiner Karriere im Weg – erst bei der Nationalmannschaft und jetzt bei seinem Lieblingsklub –, und allmählich wird sich Loddar vorkommen wie der Hase in der Sage mit dem Igel. Es war abzusehen, dass der redefreudige Rekordnationalspieler diese Personalie nicht einfach auf sich beruhen lassen wird. Und siehe da: Er hat sich ausgekotzt. Dummerweise hat er es mit der Wahrheit dabei nicht so genau genommen. Denn er war der Ansicht, die Bayern hätten auch bei ihm angefragt: „Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge. Ob ich die 1a- oder die 1b-Lösung war, bleibt einmal dahingestellt.“
Kein Wort wahr, sagt Rummenigge: „Lothar war nie ein Thema als Trainer beim FC Bayern.“ Und: „Es wäre wünschenswert, wenn er die Sticheleien lassen würde. Jürgen Klinsmann ist nicht nur ein ausgezeichneter, sondern auch ein ausgebildeter Trainer mit DFB-Lizenz. Matthäus hat sie nicht.“ Das war’s dann wohl auf absehbare Zeit für den Loddar beim Rekordmeister, und irgendwo muss man ihm regelrecht dankbar dafür sein, dass er seinen Mund einfach nicht halten kann. Und wo er schon mal dabei war, sprudelte es so richtig aus ihm heraus: „Ich könnte auch auf Englisch oder Italienisch mit den Spielern reden. Zudem habe ich ebenfalls im Ausland gearbeitet und eigentlich auch ohne Sprachkenntnisse guten Kontakt zu den Spielern und auch die entsprechenden Ergebnisse gehabt.“
Allzu viel stimmt daran nicht, denn Matthäus’ Bilanz als Übungsleiter nimmt sich bislang eher bescheiden aus: Rapid Wien, Partizan Belgrad, Atlético Paranaense (ein brasilianischer Klub), Red Bull Salzburg und die ungarische Nationalmannschaft. Länger als ein Jahr hat kaum ein Job gedauert, und als er Ende 2005 Trainer in Nürnberg werden sollte, gerieten die Fans derart in Rage, dass die Sache letztlich platzte. Aber auch das mit den Englischkenntnissen ist so eine Sache. Nun ist es ganz gewiss nicht verwerflich, diese Sprache nicht zu beherrschen. Doch wenn man schon damit prahlt, ein multilinguales Talent und ein Weltmann zu sein, sollte man auch einen Grund dafür haben. Und deshalb sei hier noch einmal an den März 2000 erinnert, als Matthäus zu den New York/New Jersey Metro Stars wechselte:
Wenn Matthäus wenigstens nach dem Ende seiner Karriere ab und zu den Schnabel gehalten hätte – wer weiß, vielleicht hätte Uli Hoeneß niemals den Satz mit dem Greenkeeper raus gelassen.
Aber er kanns einfach nicht lassen.
Als Spieler hat er Großartiges geleistet. M.E. kommt er einfach nicht damit zurecht, dass er nicht mehr im Rampenlicht steht. Traurig.
Na ja, wenigstens posiert er nicht mit Chavez wie Maradona.
[...] es mir bei FAZ.net entgegen. Das ist ein harter Schlag für Loddar. Bisher hatten nur alle vernünftigen Leute davon abgesehen, ihn zu verpflichten. Wenn es nun auch für die Theokraten nicht reicht, muss [...]