Eine Meldung wie diese ist zunächst einmal nicht gar so ungewöhnlich:
Das Verbandsgericht des Westfälischen Fußball-Verbandes (WFV) entschied in der Sitzung am 4. November, dass das Spiel FC Germania Dattenfeld gegen SV Straelen neu angesetzt wird und hebt somit das Urteil der Verbandsspruchkammer auf. Das dritte Saisonspiel der Oberliga Nordrhein hatte Dattenfeld zu Hause am 12. August mit 4:0 gewonnen.
Ziemlich ungewöhnlich ist allerdings der Grund für die Neuansetzung:
Der SV Straelen hatte wegen zu niedriger Tore, die 17 Zentimeter zu klein waren, Einspruch gegen die Wertung des Spieles eingelegt. Die Auswärtsmannschaft hatte einen Antrag auf Punktezuerkennung und Dattenfeld auf Beibehaltung der Punkte gestellt. Das Gericht sah jedoch einen Regelverstoß des Schiedsrichters bei dem Entschluss, das Spiel trotzdem anzupfeifen.
Zwei Meter siebenundzwanzig also statt der vorgeschriebenen zweivierundvierzig. Wie konnte das bloß passieren? Dattenfelds Geschäftsführer Michael Holschbach hat zumindest einen Verdacht:
Bei uns war es vielleicht so, dass eine Senkung der Pfosten eingetreten ist, weil wir nebenan einen Kunstrasenplatz bauen. Kann alles sein!
Schlimmer noch – Dattenfeld ist überall:
Ein Test in der Oberliga Nord brachte die Erkenntnis, dass auf 16 von 18 Plätzen das notwendige Maß nicht erreicht wurde. Und im Februar diesen Jahres hat das Hamburger Abendblatt eine Untersuchung durchgeführt und ist zu einem sensationellen Ergebnis gekommen: Selbst in der Bundesliga waren die Tore zu klein.
Und das im Land der DIN-Norm! Schockschwerenot!
Germania Dattenfeld zieht jetzt übrigens vors DFB-Bundesgericht. Vielleicht kommt das ja zu einer salomonischen Entscheidung und wertet das Spiel gegen Straelen einfach mit 4:4. Weil die Gäste viermal das Aluminium trafen, wo der Ball sonst klar im Tor gelandet wäre. Kann alles sein!