Die Zeitschrift 11 Freunde hat eine Rangliste der schlechtesten Bundesliga-Torhüter aller Zeiten erstellt: Mladen Pralija vor Hermann Ruländer, Olli Isoaho, Peter Endrulat und Heinz Rohloff. Soweit keine Einwände. Hätte es zur aktiven Zeit dieser Herren schon den (2003 letztmals aktualisierten) Torwart-Stellenmarkt gegeben, die Unglückskeeper hätten sich dort gewiss virtuell die Beine in den Bauch gestanden.
Einer hat es nicht unter die ersten fünf der größten Verlierer unter den Schlussmännern geschafft. Sehr zu Recht, denn er stand zwischen 1978 und 1987 in immerhin 152 Erstligaspielen in der Kiste und wurde mit seinem Klub sogar DFB- und Uefa-Pokal-Sieger. Doch Jürgen Pahl gebührt der Preis für das kurioseste Eigentor, das jemals ein Torwart in der deutschen Eliteklasse fabriziert hat: Am 4. Dezember 1982 passierte es, beim Spiel seiner Frankfurter Eintracht in Bremen.
Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, da verunglückte Pahl ein simpler Abwurf dermaßen, dass er sich den Ball, von niemandem bedrängt, selbst ins Tor schleuderte: 1:0 für Werder. Später sah er auch noch die Gelbe Karte, Rudi Völler machte nach einer halben Stunde das 2:0, und in der Halbzeit wechselte Frankfurts Trainer Branko Zebec schließlich Ersatzkeeper Joachim Jüriens ein.
Glaubt man Wikipedia, dann lebt Jürgen Pahl heute als Obstbauer in Paraguay. Das hat definitiv einen Vorteil: Wenn er da mal was ins eigene Netz wirft, beschwert sich keiner.