Schön, dass es noch Menschen mit Rückgrat gibt:
Lieber österreichischer Fußballfreund, wir verstehen uns. Auch ohne viele Worte. Du leidest. Denn Fußball kann so schön sein. Leider nicht unter Beteiligung einer österreichischen Nationalelf.
Eine klare Ansage der Initiative österreichfreie Euro 2008, die aber nicht etwa von Schweizern ins Leben gerufen wurde, die fürchten, dass ihr Land durch den Ausrichtungspartner respektive dessen Auswahlteam mit in den Untergang gezogen wird. Sondern von, jawohl, Österreichern. Und die haben richtig was vor:
Mit der Unterzeichnung der Petition forderst du den Österreichischen Fußballbund auf, freiwillig darauf zu verzichten, von der Teilnahme an der EM 2008 Gebrauch zu machen. Wir Österreicher und -innen, wir waren einst das Land der Schöngeister. „…Volk begnadet für das Schöne“ heißt es in unserer Hymne, die unsere Nationalspieler im Angesicht der nächsten anstehenden Auseinandersetzung mit Ball und Gegner meist kreidebleich mitstammeln. Wir wollen der Welt zeigen, dass wir dem Schönen nach wie vor zugänglich sind! Und wir wollen gleichzeitig tun, was unserem Volk so fremd ist wie den ausländischen Fußballexperten die Namen unserer Mittelfeldstrategen: Größe zeigen!
10.000 Größe Zeigende haben schon unterschrieben. Diese Herren jedoch sind nicht dabei:
Teamchef Josef Hickersberger findet, das sei „absoluter Schwachsinn“, den man nicht ernst nehmen könne. Der ehemalige Nationalspieler Andreas Herzog wundert sich, „dass es in Österreich 10.000 Idioten gibt.“ Und Uefa-Präsident Michel Platini sprach von der „dümmsten Idee, die ich je gehört habe“.
Der österreichische Schriftsteller Franzobel – weder ein Schwachsinniger noch ein Idiot noch ein Mann dummer Ideen – widerspricht:
Das Nationalteam ist die Plage, mit der Gott uns für unsere Sünden straft. In der Weltrangliste ist Austria unter den europäischen Ländern an 40. Stelle hinter Zypern und Albanien. Gerade einmal Andorra liegt noch weiter zurück. Österreichs Fußball ist so tot, dass die drohende Europameisterschaft eine Europhobie auslöst.
Und das kann schließlich niemand wollen. Also: Auf! Petitieren!