„Statistisch“, so steht es bei Wikipedia, „statistisch gibt es einen Hattrick nur alle 300 Spiele“. Wobei die Definition, was ein Hattrick nun genau ist, von Land zu Land unterschiedlich ausfällt. In Deutschland versteht man darunter drei Buden ein und desselben Spielers nacheinander und in einer Halbzeit, also ohne dass ein Mit- oder Gegenspieler respektive die Halbzeitpause dabei stört. Dieser Hattrick wird dann regelmäßig mit dem Zusatz „lupenrein“ versehen, um erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen. In England hinwiederum kursiert sowohl die lascheste als auch die schärfste Begriffsbestimmung. Die lascheste heißt: Ein Hattrick ist das Erzielen von drei Toren eines Spielers in einem Spiel. Ob er dabei von irgendwem oder irgendwas unterbrochen wird, spielt keine Rolle. Die schärfste geht so: Wenn ein Spieler in einem Match drei Tore nacheinander und ohne Unterbrechung durch einen anderen Spieler oder den Halbzeitpfiff einmal mit dem rechten Fuß, einmal mit dem linken Fuß und einmal mit dem Kopf erzielt, liegt ein perfekter Hattrick vor.
Trainer Baade hat im November 2006 mal gefragt, ob es einen solchen perfekten Hattrick jemals in der Bundesliga gegeben hat. Nun, man weiß es nicht, oder besser: Man wusste es bis zum vergangenen Sonntag nicht. Denn da vollbrachte Luca Toni beim 3:0 seiner Bayern in Hannover nach der Halbzeitpause exakt dieses Kunststück: Das 0:1 erzielte er mit rechts, das 0:2 mit links und das 0:3 mit dem Kopf. Und wo wir schon mal bei der Hattrick-Erotik sind: Herr Wieland von Drei Ecken, ein Elfer fand heraus, dass es am 13. September 1980 in der 2. Liga Nord beim 6:0 von Rot-Weiss Essen gegen Holstein Kiel sogar gleich zwei Hattricks gab, einen vor der Pause und einen danach. Der zweite Hattrick bestand dabei auch noch ausschließlich aus Strafstößen. Voilà:
Rot-Weiss Essen – Holstein Kiel 6:0 (3:0)
1:0 Frank Mill (9.)
2:0 Frank Mill (25.)
3:0 Frank Mill (30.)
4:0 Matthias Herget (57., Elfmeter)
5:0 Matthias Herget (65., Elfmeter)
6:0 Matthias Herget (85., Elfmeter)
Jede Wette: Das passiert in den nächsten hundert Jahren nicht mehr. Und auch Luca Tonis Meisterleistung dürfte noch ein Weilchen ihrer Wiederholung harren.
Normalerweise heißt es bei Namenswitzen: Fünf Euro ins Phrasenschwein. Aber dann wird halt mal ein Päckchen Tabak weniger geraucht, denn der hier ist der schönste seit „Arie ist der Haan im Korb“. Quasi ein Elfmeter ohne Torwart:
Notoperation: Kastrati am Hoden verletzt
Es kommt halt nicht jeder so glimpflich davon wie Mario Gomez.
Ganz egal, was man nun davon hält, dass Jürgen Klinsmann neuer Bayern-Coach wird – ein Gutes hat es auf jeden Fall: Lothar Matthäus wird es nicht. Schon wieder stand Klinsi seiner Karriere im Weg – erst bei der Nationalmannschaft und jetzt bei seinem Lieblingsklub –, und allmählich wird sich Loddar vorkommen wie der Hase in der Sage mit dem Igel. Es war abzusehen, dass der redefreudige Rekordnationalspieler diese Personalie nicht einfach auf sich beruhen lassen wird. Und siehe da: Er hat sich ausgekotzt. Dummerweise hat er es mit der Wahrheit dabei nicht so genau genommen. Denn er war der Ansicht, die Bayern hätten auch bei ihm angefragt: „Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge. Ob ich die 1a- oder die 1b-Lösung war, bleibt einmal dahingestellt.“ Das Lesen fortsetzen »
Bayern München hat Oliver Kahn für ein Spiel suspendiert und ihm 25.000 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Man munkelt, dass er die Weihnachtsfeier zu früh verlassen hat. Kann aber auch einen anderen Grund haben.
Die Ohrfeige, die Bixente Lizarazu mal dem Lothar Matthäus verpasst hat, kostete übrigens nur 5.000 Euro. Deshalb ist Matthäus jetzt beleidigt: Er fühlt sich unter Wert geschlagen.
Bei dieser Gelegenheit sei hier noch einmal eines der legendärsten Interviews des Titans in Erinnerung gerufen: Unsicher? Ich? Nö. Warum?
Wenn es nach dem Württembergischen Fußballverband (WFV) geht, dann gibt es die wunderbaren Hartplatzhelden demnächst nicht mehr. Denn seine Amateurspiele will der WFV angeblich gerne vermarkten. Und dabei, findet er, steht ihm die Website im Weg, weil man dort Aufnahmen mit Toren aus den unteren Klassen hochladen und angucken kann. Daher hat der Verband Klage eingereicht. Doch so schnell geben Thomas Ramge und Oliver Fritsch nicht auf:
„Es kann nicht sein, dass ein Landesverband des DFB seinen Mitgliedern verbieten möchte, sich mit Enthusiasmus für den Sport im Internet zu präsentieren.“ [...] Die Spieler bekämen kein Geld für ihre allein entscheidenden Leistungen auf dem Platz vom WFV. Es müsse ihnen daher gestattet sein, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen und sich etwa über hartplatzhelden.de zu vernetzen.
Die Anwälte der Hartplatzhelden sehen übrigens gute Chancen bei der Abwehr der Unterlassungsklage:
Sonst dürfe künftig auch niemand mehr Fotos oder Videoaufnahmen etwa von der Silvesterfeier am Brandenburger Tor veröffentlichen, da hier der Berliner Senat oder seine Partner entsprechende Vorleistungsrechte geltend machen könnten.
Weshalb hoffentlich auch die Richter ein Einsehen haben.
Oliver Bierhoff hat in den nächsten Tagen einen Arzttermin. Zumindest, wenn es nach Rudi Völler geht. Dessen Spontan-Anamnese ergab nämlich, dass der Nationalmannschafts-Manager unter zwei Malaisen leidet:
1. Schmerzhafte Schädigungen infolge eines permanenten Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfens.
2. Füße aus Malta.
Hinzu kommt jetzt wahrscheinlich noch ein Völler-Gefühl. Viel Arbeit für Dr. Müller-Wohlfahrt. Tante Käthe ist da besser dran: Er hat bloß „schlimmste Magenkrämpfe“.
Welche Möglichkeiten des Protests haben Fans, die sich vom Manager ihres Lieblingsklubs beleidigt fühlen? Sie können entweder nicht mehr ins Stadion gehen oder die stimmliche Unterstützung verweigern. Den Spielern eines Vereins hingegen stehen bei ähnlich gelagerten Zornesausbrüchen eines Vorstandsmitglieds ganz andere Optionen zur Verfügung: Sie können beispielsweise in der Folgesaison absichtlich nicht Deutscher Meister werden und anschließend wahlweise ihre Karriere beenden oder zu Juventus Turin wechseln. Wie Mehmet Scholl und Hasan Salihamidzic:
Aus dem Liveticker der Fortuna aus Düsseldorf anlässlich des Freundschaftsspiels am vergangenen Dienstag gegen den 1. FC Köln:
10. Minute: Jemand hat seine EC-Karte im Zigarettenautomaten stecken lassen und wurde ausgerufen. Als Zusatz meinte der Stadionsprecher noch: Bitte geben Sie uns noch ihren PIN, dann können wir uns einen neuen Stürmer kaufen.
Der Kick fand übrigens nicht in der LTU-Arena statt, sondern in der altehrwürdigen Paul-Janes-Bruchbude am Flinger Broich. Und das war auch gut so, denn sonst wäre die folgende Perle nicht möglich gewesen:
27. Minute: Thomas Broich zieht im selbigen nur knapp am Tor vorbei.
Wie er halt so ist, der Düsseldorfer: Beim kleinsten Anlass wird er gleich frech. Und darin ist er dem Kölner ähnlicher, als er es je zugeben würde:
60. Minute: Wenn das alles ist, was unsere Vorstädter können, dann könnten wir uns in der nächsten Saison durchaus begegnen.
Bis es so weit ist, feiert sich die Fortuna nach ihrem 3:2-Sieg vor genau 2.612 Zuschauern schon mal als neue Macht am Rhein. Und zwar mit einem eigens angefertigten T-Shirt. Wenn es mit dem Aufstieg dann doch mal wieder nichts werden sollte, bleibt wenigstens dieses Textil. In der Not ist man ja schon mit wenig zufrieden.
Die Klemmschwestern vom kicker versehen Mario Gomez’ Treffer gegen die Bayern vom vergangenen Samstag in ihrer Torjägerstatistik mit einem verschämten Sternchen:
* Hinzu kommt ein Tor mit der Hüfte.
Gut, dass Bild mal wieder ungeschminkt die Wahrheit spricht und auch gleich ein, äh, Beweisfoto bringt: